Methodenpool: Entscheidung
Morphologischer Kasten

 

Methode: Morphologischer Kasten

Ziel

Die Methode „Morphologischer Kasten“ dient zur systematisch-analytischen Ideenfindung. Die Lernenden erarbeiten eine komplexe Bandbreite von Lösungsvorschlägen zu einem Problem und wählen eine geeignete Lösungsvariante aus. Durch diese Methode wird sowohl das kreative als auch das analytische Denken gefördert.

Vorgehensweise und Sozialform

Schritt I: Vorbereitung
Der Lehrende

  • formuliert ein Problem, das im Unterricht gelöst werden soll und schreibt dieses als Frage auf eine Wandzeitung. Darunter zeichnet er eine Tabelle (Matrix) mit mehreren Zeilen und Spalten.
  • legt Werte und Normen fest, die für die Problemlösung relevant sind.
  • zerlegt das Problem in einzelne Parameter (Oberbegriffe, Hauptbestandteile). Hierzu beantwortet er die Frage: „Welche Umstände beeinflussen das Problem?“
  • trägt die gefundenen Parameter in die linke Spalte der Matrix ein (pro Zeile nur ein Begriff). Er achtet darauf, dass sich die Parameter in ihrer Bedeutung nicht überschneiden.

Schritt II: Durchführung im Plenum

  • Der Lehrende erläutert das übergeordnete Ziel, den Sinn und den Ablauf der Methode.
  • In einem Brainstorming sammeln die Lernenden für jeden Parameter Lösungsmöglichkeiten. Der Lehrende notiert die Lösungen auf Karten und heftet sie in die Matrix. Er achtet darauf, dass die Vorschläge nicht kommentiert werden.
  • Im nächsten Schritt analysieren die Lernenden, welche der genannten Lösungsmöglichkeiten für die Problemlösung tatsächlich in Frage kommen. Die ausgewählten Lösungen werden unterstrichen. Der Lehrende achtet darauf, dass die zuvor festgelegten Werte und Normen berücksichtigt werden.
  • Nun spielen die Lernenden durch, welche der unterstrichenen Vorschläge sich miteinander kombinieren lassen. Die Kombinationen werden durch Linien dargestellt. Auf diesem Weg entstehen mehrere Lösungsvarianten.
  • Abschließend kennzeichnet jeder Lernende die von ihm favorisierte Variante mit Hilfe eines Klebepunktes. Für die Problembearbeitung wird der Lösungsweg genutzt, welcher die meisten Punkte erhalten hat.

Morphologischer Kasten

Zeitaufwand

Ca. 20 Minuten

Material

  • Wandzeitung oder Tafel
  • Verschiedenfarbige Karten (eine Farbe für Parameter, eine für Lösungsvorschläge)
  • Stifte
  • Nadeln oder Klebeband

Hinweise

Bei fortgeschrittenen Lernergruppen kann die Vorbereitung (Problemumschreibung, Zerlegung des Problems in einzelne Parameter) in Zusammenarbeit mit den Lernenden erfolgen. Der Lehrende übernimmt hierbei die Rolle des Moderators. In diesem Fall muss entsprechend mehr Zeit für die Methode eingeplant werden.

Literatur

Gamber, P. (1996): Ideen finden, Probleme lösen. Methoden, Tips und Übungen für einzelne und Gruppen. Weinheim und Basel: Beltz, 110-112.
Schneider, K. (2001): Moderationsprozess. Grundlagen für Lehr- und Führungskräfte. Brake: Prodos, 38.


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