Methodenpool: Erarbeitung
Filmbearbeitung


Methode: Filmbearbeitung

Ziel

Durch den Einsatz eines Films im Unterricht erhalten die Lernenden einen anschaulichen Zugang zu einem Inhalt. Dabei kann ein Film motivieren, informieren, mit dem Verhalten von Menschen konfrontieren oder Ereignisse und Zustände dokumentieren, die man selbst nicht erleben kann. Filme können durch Zusammenwirken von Bild und Ton und Realitätsnähe Betroffenheit und Identifikation bei den Lernenden hervorrufen.

Vorgehensweise und Sozialform

Schritt I: Vorbereiten auf den Film
Der Lehrende erläutert Sinn (was soll durch den Film vermittelt werden?) und den Ablauf (Zeit und Art der Vorführung) des Filmeinsatzes im Unterricht. Er aktiviert vorhandene Wissensstrukturen, in dem er z. B.

  • Beziehungen zum bisher behandelten Inhalt/zu Lernzielen/zu nachfolgenden Themen herstellt
  • den Film inhaltlich gliedert z. B. durch Visualisierung der Grobstruktur auf Tafel oder Flip-Chart (bleibt während der Vorführung sichtbar)
  • über Hintergründe und Zusammenhänge des Films sowie zum Verständnis notwendige Begriffe, Darstellungsformen oder Handlungsabläufe informiert
  • einen konkreten Beobachtungsauftrag gibt oder zu beantwortende Fragen stellt (arbeitsteilig oder arbeitsgleich)

Schritt II: Vorführen des Films
Abhängig vom Film und von dem Ziel, das mit dem Einsatz verbunden ist, kann die Vorführung des Films auf unterschiedliche Weise erfolgen, z. B.:

  • Vorführung ohne Unterbrechungen in vorgegebener Abfolge: Präsentation des ganzen Films, um sich in die Thematik einfinden zu können
  • Vorführung mit Unterbrechung (nur dosiert anwenden), um die Informationen besser verarbeiten zu können oder um Verständnisfragen bzw. zusammenfassende Fragen stellen zu können
  • Vorführung in geänderter Abfolge (z. B. zuerst das Ende, dann der Anfang)
  • einzelne Teile mehrmals zeigen
  • ohne vorherige Lenkung der Wahrnehmung oder mit Beobachtungsauftrag bzw. sonstigen Hinweisen des Lehrenden

Schritt III: Auswerten des Films
Der Lehrende gestaltet und moderiert die Auswertung so, dass deutlich wird,

  • was durch den Film erkannt und gelernt werden kann
  • in welchem Zusammenhang die Aussagen des Films mit dem bisherigen oder nachfolgenden Unterricht steht
  • welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen

Die Auswertung des Films kann unterschiedlich gestaltet werden, z. B.:

  • gemeinsame Auswertung des Beobachtungsauftrages
  • erstellen einer Graphik (Strukturlegeplan) aus den gemachten Notizen
  • einzelne Szenen aus dem Film nachspielen oder eine Handlung in einem Rollenspiel fortführen
  • erarbeiten von Beispielen zur Umsetzung der Inhalte im (Arbeits-)Alltag
  • einen Werbetext, eine Filmkritik oder einen Brief an einen Darsteller schreiben
  • eine Bewerbung für eine der Rollen schreiben und begründen, warum man für diese besonders gut geeignet ist

Die Auswertung sollte immer auch eine aktive Informationsverarbeitung beinhalten. Dabei spielen Begleitmaterialien, wie z. B. Arbeitsblätter, eine wichtige Rolle. Hierdurch werden Inhalte auf eine andere Abstraktionsebene gestellt, theoretische Zusammenhänge hergestellt und die Thematik weiterführend bearbeitet.

Zeitaufwand

Abhängig von der Filmdauer sowie der Komplexität des Themas

Material

  • Film
  • Ggf. Grobstruktur des Films auf einer Wandzeitung
  • Arbeitsblatt mit Beobachtungsauftrag
  • Sonstige Begleitmaterialien

Hinweise

Grundsätzlich ist es wichtig, dass der ausgewählte Film in einem konkreten Zusammenhang zum Unterricht steht. Der Einsatz muss in der Regel vor- und nachbereitet werden. Bei der Auswahl des Films sollte der Lehrende weniger darauf achten, dass der Film gut ist, sondern sich vielmehr fragen, ob sich hiermit guter Unterricht machen lässt. Auch ein veralteter Film oder einer, der falsche Aussagen enthält, kann ggf. für den Unterricht genutzt werden.
Da bei einem Film die einzelnen Szenen nur kurz auf den Betrachter einwirken, ist es wichtig, dass er mindestens zweimal angesehen wird. Um dies im Unterricht realisieren zu können, sollte das Filmmaterial möglichst kurz sein.
Da die Lernenden es womöglich nicht gewohnt sind, über Filme zu sprechen, kann die sprachliche Erarbeitung zu Beginn zäh ausfallen. Wird die Methode mehrfach angewandt, so werden sich die Lernenden zunehmend kreativer mit dem Film auseinander setzen.

Literatur

Gugel, G. (2003): Methoden Manual II – „Neues Lernen“. Tausend neue Praxisvorschläge für Schule und Lehrerbildung (2. überarbeitete Auflage). Weinheim, Basel, Berlin: Beltz, 163-171.
Kittelberger, R., Freisleben, I. (1994): Lernen mit Video und Film (2., neu ausgestattete Auflage). Weiheim: Beltz, 28-34.
Mattes, W. (2002): Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn, Schöningh, 66-69.


Startseite

Download




 Zum Seitenanfang    © BMFSFJ

Impressum