Methodenpool: Erfahrungsaustausch
Blitzlicht


Methode: Blitzlicht

Ziel

Die Methode „Blitzlicht“ dient dazu, die Kommunikation und das Lernklima in Gruppen zu verbessern. Die Lernenden werden aufgefordert, ihre Gedanken, Wünsche und Gefühle hinsichtlich der Arbeitsweise, des Themas und des Lehrer- und Lernerverhaltens kurz und prägnant in Worte zu fassen. Dabei üben sie, Position zu beziehen und  sich der Gruppe gegenüber zu öffnen.

Vorgehensweise und Sozialform

Der Lehrende gibt eine Frage mündlich oder schriftlich ins Plenum und erläutert diese kurz. Setzt er das Blitzlicht im Unterricht zum ersten Mal ein, stellt er kurz die zentralen Regeln vor:

  • alle kommen zu Wort, die Reihenfolge kann hierbei beliebig sein, es ist allerdings einfacher, wenn reihum gesprochen wird
  • jeder spricht für sich selbst in Ich-Form und formuliert seine Stellungnahme  kurz in ein bis zwei Sätzen (Wiederholungen werden ebenfalls persönlich formuliert)
  • alle hören gut zu, die Beiträge werden nicht hinterfragt, es dürfen jedoch Verständnisfragen gestellt werden
  • die Diskussion findet erst statt, wenn jeder seine Stellungnahme abgegeben hat

Auswertung des Blitzlichts
Die nachfolgende Diskussion kann anhand folgender Fragen (Peterßen 2001, 48) erfolgen:

  • Was ist mir bei der Blitzlichtrunde besonders aufgefallen?
  • Gibt es Störungen, die wir besprechen müssen?
  • Sind wichtige Interessen oder Bedürfnisse vernachlässigt worden?
  • Was soll geändert werden?
  • Wie können widersprüchliche Wünsche in der Gruppe am besten realisiert werden?

Zeitaufwand

Pro Person ca. 1 Minute, für die gesamte Gruppe nicht länger als 45 Minuten

Material

  • Tafel oder Flip-Chart für die Fragestellung,
  • ggf. Flip-Chart mit den Blitzlichtregeln

Hinweise

Abhängig von der Zielsetzung kann das Blitzlicht an unterschiedlichen Stellen des Unterrichts eingesetzt werden. So können z. B. zu Unterrichtsbeginn Ängste und Erwartungen abgefragt, Störungen während des Unterrichts analysiert oder am Ende eine strukturierte Reflexion bzw. Evaluation durchgeführt werden.
Es ist wichtig, für eine angst- und stressfreie Atmosphäre zu sorgen. Empfehlenswert ist eine Stuhlkreisrunde, die zum einen eine aufgelockerte Sitzhaltung ermöglicht und zum anderen die Möglichkeit gibt, dass sich alle Lernenden ansehen und ihre Sprechreihenfolge besser organisieren können.
Es kann ein Gegenstand (z. B. Stein, Schlüssel, Ball) ausgewählt werden, den der jeweilige Redner in der Hand hält und anschließend dem nächsten übergibt.

Literatur

Jecht, H., Sgonina, S. (1998): Lernen und arbeiten in Ausbildung und Beruf. Methodenheft für den handlungsorientierten Unterricht. Darmstadt: Winklers Verlag Gebrüder Grimm, 88.
Neuland, M. (1999): Neuland-Moderation (3. Auflage). Künzell: Neuland Verlag für lebendiges Lernen.
Peterßen, W. H. (2001): Kleines Methoden-Lexikon (2., aktualisierte Auflage). München: Oldenbourg-Schulbuchverlag, 47-50.
Schneider, K. (1999): Feedback, Reflexion, Transfer. Unterricht Pflege, Heft 4, 40-47.


Startseite

Download




 Zum Seitenanfang    © BMFSFJ

Impressum