Methodenpool: Erfahrungsaustausch
Morgenrunde

 

Methode: Morgenrunde

Ziel

Mit Hilfe dieser Methode erhalten Lernende die Gelegenheit, sich in die Unterrichtssituation einzufinden, den privaten Stress außen vorzulassen und emotional anzukommen. Ferner wird eine erste Kontaktaufnahme mit dem Thema ermöglicht. Mit Hilfe der Methode Morgenrunde üben die Lernenden sich darin, eigene Erwartungen und Bedürfnisse in Worte zu fassen und den anderen Gruppenmitgliedern eine offene Haltung entgegenzubringen.

Vorgehensweise und Sozialform

Schritt I: Vorbereitung
Der Lehrende erläutert das übergeordnete Ziel, den Sinn und den Ablauf der Methode. Er schreibt drei Fragen in Anlehnung an das Dreieck der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn auf ein Plakat:

  • Ich = eine Frage zur persönlichen Befindlichkeit (z. B. „Wo wäre ich, wenn ich jetzt nicht hier wäre?)“,
  • Wir = eine Frage zur Gruppe (z. B.: „Was wünsche ich mir heute für unsere Gruppe?“),
  • Es = eine Frage zum Thema (z. B.: „Was verbinde ich mit dem Thema“?)

Schritt II: Besinnung

  • Die Gruppe bildet einen Stuhlkreis. Der Lehrende hängt das Plakat mit drei Fragestellungen für alle sichtbar auf.
  • Die Lernenden haben nun die Möglichkeit, sich ca. zehn Minuten bei leiser Hintergrundmusik zu besinnen und die Fragen schriftlich zu beantworten.

Schritt III: Austausch

  • Der Lehrende beginnt mit dem Austausch und stellt seine Gedanken zu den drei Fragen vor. Dabei hält er einen Gegenstand (z. B. einen Stein) in seiner Hand, den er im Anschluss an den nächsten Redner weitergibt. Die Morgenrunde gilt als beendet, wenn alle Lernenden sich zu den Fragen geäußert haben.

Zeitaufwand

Ca. 20 Minuten

Material

  • Plakat mit den Fragen
  • Musik, CD-Player/Kassettenrekorder
  • Karten, Stift und Nadeln

Hinweise

Die Methode eignet sich vor allem dann, wenn die Lernergruppe nach einer unterrichtsfreien Zeit (z. B. Urlaub, langes Wochenende, Praxisblock) erstmals wieder zusammenkommt.
Der Lehrende sollte durch seinen Beitrag ein „gesundes Maß“ an Offenheit zeigen und verdeutlichen, dass in der Gruppe auch private Gedanken geäußert werden dürfen.
Möchte sich ein Lernender nicht äußern, so wird dies akzeptiert und nicht näher darauf eingegangen.
Der Lehrende hat die Möglichkeit, wesentliche Aussagen auf Karten mitzuschreiben und die Karten im Anschluss gebündelt nach den drei Fragen an eine Wandzeitung zu hängen. Die Wandzeitung bleibt während des weiteren Unterrichts hängen, sodass jederzeit darauf zurückgegriffen werden kann.

Literatur

Langmaack, B., Braune-Krickau, M. (2000): Wie die Gruppe laufen lernt      (7. vollständig überarbeitete Auflage). Weinheim: Beltz, 90-93.
Muster-Wäbs, H. (2005): Gruppenarbeit. In Poser, Schneider, Leiten, Lehren und Beraten. Fallorientiertes Lehr- und Arbeitsbuch für PflegemanagerInnen und PflegepädagogInnen (S. 438-439). Bern: Hans Huber.
Muster-Wäbs, H. (2000): Die Anfangssituation in einer Gruppe gestalten: Ankommen – Auftauen - Sich orientieren. Unterricht Pflege, Heft 2, 14.


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