Methodenpool: Systematisierung
Fischgrätendiagramm

 

Methode: Fischgrätendiagramm (Ursache-Wirkungs-Diagramm)

Ziel

Das Fischgrätendiagramm dient dazu, Ursachen für ein Problem zu finden  und dieses durch Visualisierung systematisch zu analysieren. Hierbei werden die möglichen und bekannten Ursachen (Einflüsse), die zu einer bestimmten Wirkung führen, in Haupt- und Nebenursachen zerlegt und in einer Gesamtgraphik strukturiert dargestellt. Die Lernenden lassen sich bei der Erstellung des Fischgrätendiagramms auf einen kreativen Denkprozess ein und sind offen für Beiträge Anderer.

Vorgehensweise und Sozialform

  • Der Lehrende erläutert das übergeordnete Ziel, den Sinn und den Ablauf des Fischgrätendiagramms. Er erläutert die Aufgabenstellung und visualisiert das Fischgrätendiagramm an der Tafel oder auf einer Wandzeitung. Hierbei enthält der „Kopf“ die zu untersuchende Problemstellung. Zur Strukturierung der Fehlerursachen werden Oberbegriffe bestimmt, die in dem Diagramm als „Fischgräten“ dargestellt werden.

 

Fischgrätendiagramm 

 

  • Der Lehrende fordert die Lernenden in Form eines Brainstormings auf, weitere Teilaspekte der Fehlerursachen zu nennen. Um den Denkprozess anzuregen, kann er folgende sechs W-Fragen stellen: Was?, Wann?, Wo, Warum, Wer? Wie?
  • Beim Brainstorming achtet der Lehrende darauf, dass einzelne Beiträge nicht kommentiert werden. Ansonsten wird der kreative Prozess unterbrochen. Die Antworten werden stichpunktartig in das Diagramm als Verzweigungen der Ursachengruppen eingetragen.
  • Während des Prozesses können weitere Fehlerursachen ergänzt, bereits vorhandene umformuliert und/oder Verzweigungen vorgenommen werden.
  • Finden die Lernenden keine neuen Aspekte mehr, werden die im Fischgrätendiagramm gefundenen Fehlerursachen auf einem Flipchart oder eine Tafel geschrieben.
  • Die Lernenden bewerten die einzelnen Fehlerursachen mit Hilfe einer Einpunktabfrage. Hierbei geht es darum, die wahrscheinlichste Ursache (Relevanz, Häufigkeit) zu bestimmen und diese auf ihre Richtigkeit  zu prüfen.
  • Die Fehlerursache, die am meisten Punkte erhält, wird im weiteren Unterrichtsverlauf näher analysiert und besprochen. Je nach Thema können z. B. auch die ersten drei Fehlerursachen weiter bearbeitet werden.

Zeitaufwand

Ca. 20 Minuten

Material

  • Pinnwand oder Tafel mit visualisiertem Fischgrätendiagramm
  • Karten und Stifte, Nadeln
  • Flipchart oder Tafel, Punkte oder Kreide

Hinweise

Um den Denkprozess nicht zu beeinflussen und den Ideen der Lernenden „freien Lauf“ zu lassen, kann mit dem Brainstorming auch ohne Vorgabe von Oberpunkten begonnen werden. Diese werden dann nach und nach erarbeitet.
Das Fischgrätendiagramm lässt sich auch auf dem Fußboden, z. B. mittels Kreppband, darstellen. Die Lernenden stellen sich rundherum auf und beteiligen sich beim Beschriften und Zuordnen der Karten. Diese lassen sich zunächst flexibel verschieben. Erst wenn keine neuen Ideen mehr gefunden werden, kleben die Lernenden das entwickelte Diagramm auf eine Wandzeitung. Je nach Anzahl der Lernenden muss sich die Großgruppe für diese Arbeitsvariante in Kleingruppen aufteilen. Jede Gruppe erstellt zunächst ein eigenes Diagramm, die gefundenen Kategorien werden abschließend zur weiteren Bearbeitung zusammengetragen.

Literatur

Gamber, P. (1996). Ideen finden, Probleme lösen. Methoden, Tipps und Übungen für einzelne Gruppen. Weinheim: Beltz, 74-75.
Schichterich, W. (2004): Moderation von Projektgruppen und Gesundheitszirkeln. Ratgeber Gesundheitsmanagement. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege BGW: Hamburg, 31-34.


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