Methodenpool: Systematisierung
Flussdiagramm

 

Methode: Flussdiagramm

Ziel

Mit Hilfe eines Flussdiagramms lassen sich Geschäfts- und Arbeitsprozesse darstellen und analysieren. Die Lernenden üben prozessorientiert zu denken und den Gesamtzusammenhang von Abläufen sowie Ursache-/Wirkungszusammenhängen zu erfassen. Bei der Erarbeitung eines Flussdiagramms im Team kommt es häufig zu Diskussionen über die darzustellenden Abläufe. Die Lernenden werden hierbei aufgefordert, eine kritisch-konstruktive Haltung einzunehmen und nach Strategien zur Prozessverbesserung zu suchen. Diese Methode fördert die Fähigkeit, rezeptiv zu denken und Schaubilder zu verstehen.

Vorgehensweise und Sozialform

Schritt I: Vorbereitung in der Großgruppe

  • Der Lehrende stellt das Ziel des Flussdiagramms vor und erläutert den Ablauf anhand eines konkreten Beispiels. Er nennt einen Arbeits- oder Geschäftsprozess, welchen die Lernenden in Form eines Flussdiagramms abbilden sollen (z. B. den Prozess „Neuaufnahme eines pflegebedürftigen Menschen“).
  • Ferner erläutert er verschiedene Symbole (z. B. Pfeile, Ausrufezeichen, Stopzeichen, Minuszeichen, Pluszeichen, Größer- und Kleinerzeichen), die den Lernenden helfen können, das Diagramm übersichtlich zu gestalten.

Schritt II: Durchführung in Partnerarbeit

  • Jeder Lernende sucht sich einen Partner, mit welchem er das Flussdiagramm erstellen möchte.
  • Gemeinsam entscheiden beide Partner, an welchem Punkt des Arbeits- und Geschäftsprozesses ihr Flussdiagramm beginnen und an welchem es enden soll.
  • Die Lernenden vergegenwärtigen sich die einzelnen Teilschritte des Gesamtprozesses und dokumentieren diese. Dabei achten sie darauf, nicht zu viele Teilschritte aufzunehmen; ansonsten besteht die Gefahr, dass das Diagramm unübersichtlich wird (pro Prozess nicht mehr als eine DIN-A-4-Seite).
  • Bei der Erstellung des Diagramms bringen die Lernenden die einzelnen Teilschritte in einen logischen, nachvollziehbaren und begründeten Zusammenhang. Gegebenenfalls verweisen sie in ihrer Abbildung auf weitere Prozesse, die unmittelbar mit ihrem Prozess zusammenhängen, aber nicht näher dargestellt werden.
  • In ihrem Diagramm verdeutlichen sie wichtige Aspekte durch Symbole   (z. B. welche Entscheidungen im Prozess getroffen werden müssen, welche Schnittstellen es zu anderen Prozessen es gibt, welche Personen betroffen sind).

Schritt III: Austausch in Vierergruppen

  • Nachdem die Partner ihr Flussdiagramm erstellt haben, tauschen sie sich mit der einer anderen Zweiergruppe über die Flussdiagramme aus.
  • Zunächst versucht jede Partnergruppe, das Diagramm der anderen Gruppe nachzuvollziehen.
  • Im Anschluss daran werden Verständnisfragen geklärt.
  • Danach werden beide Diagramme miteinander verglichen (Was ist gleich? Was ist unterschiedlich), Vor- und Nachteile besprochen, konstruktive Kritik geäußert und ggf. Verbesserungsvorschläge gemacht. Offene Fragen werden notiert, damit sie später in der Großgruppe geklärt werden können.
  • Im Anschluss können die Flussdiagramme bei Bedarf überarbeitet werden.

Schritt IV: Reflexion in der Großgruppe

  • Die Lernenden erhalten hier die Gelegenheit, ihre Erfahrungen sowohl auf der inhaltlichen als auch auf der methodischen Ebene zu reflektieren. Offene Fragen können gestellt und gemeinsam beantwortet und wesentliche Erkenntnisse geäußert werden.

Zeitaufwand

Ca. 45 Minuten

Material

  • Arbeitsblatt mit Arbeitsauftrag und zu verwendende Symbole,
  • ggf. Tafelbild mit Symbolen und deren Erklärungen.

Hinweise

Haben die Lernenden in ihrer bisherigen beruflichen Praxis noch keine Erfahrungen mit dem darzustellenden Prozess gemacht, so kann ein Flussdiagramm auch anhand eines Fallbeispieles oder mit Hilfe von Fachliteratur erstellt werden.

Literatur

Gietl, G., Lobinger, W. (2000): Modul 4 Managementsystem. 4.1-A Grundlagen des Managementsystems. In: TÜV Akademie: Qualitätsmanagement-Fachkraft QMF-TÜV. Unternehmensgruppe TÜV Süddeutschland, 46-50.
Hergesell, A., Runde, A. (2005): Qualitätsmanagement aktiv unterstützen. Grundlagen der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung, Heft 17. Brake: Prodos, 22-23.


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