Methodenpool: Wahrnehmung
Gefühle durch den Körper ausdrücken


Methode: Gefühle durch den Körper ausdrücken

Ziel

In der Methode „Gefühle durch den Körper ausdrücken“ geht es darum, zentrale Gefühle über das Einnehmen von Körperhaltungen auszudrücken bzw. zu erspüren.
Dabei werden die Lernenden für die Körpersprache der Emotionen sensibilisiert. Über das Körpergedächtnis erinnern sie sich möglicherweise an vergessene Gefühle und lernen diese wahrzunehmen und den Gefühlen anderer eine offene Haltung entgegenzubringen.

Vorgehenweise und Sozialform

Der Lehrende begleitet den Prozess der Partnerfindung (je nach Gruppe z. B. Sitznachbarn oder freiwillige Paare bilden) und erläutert die Vorgehensweise. Ggf. demonstriert das Vorgehen beispielhaft:

  1. Die Lernenden in den Zweiergruppen bestimmen, wer von ihnen Partner A und Partner B ist (z. B. A ist derjenige, der am frühesten aufgestanden ist).
  2. Partner A beginnt und wählt ein Gefühl, das er darstellen möchte. Er geht durch den Raum, versucht das Gefühl in sich zu erzeugen und körperlich darzustellen.
  3. Partner B weiß nicht, welches Gefühl A darstellt. Er beobachtet Partner B und nimmt das dahinter liegende Gefühl wahr.
  4. Der Lehrende ruft „Stop!“. Partner A erstarrt in seiner Haltung. Partner B stellt sich ihm gegenüber und spiegelt die Haltung.
  5. Die beiden Partner tauschen sich anschließend über die Gefühle aus, die sie während der Körperübung selbst empfunden bzw. bei dem Partner beobachtet haben.
  6. Die Rollen werden getauscht, jetzt stellt Partner B ein Gefühl dar und Partner A beobachtet und spiegelt es.

Im Anschluss daran moderiert der Lehrende die Auswertung der Übung im Plenum. Dabei können zwei Aspekte berücksichtigt werden: eine inhaltliche Auswertung und eine Rückmeldung der Lernenden zur Methode. Beides kann in Form von kurzen Statements (Blitzlicht) erfolgen.

Zeitaufwand

Bearbeitungszeit der Partnerarbeit: 20 Minuten
Auswertung: ca. 15 Minuten

Material

  • Ggf. Fallbericht oder Film, anhand dessen Gefühle ausgewählt werden können
  • Ggf. Moderationskarten, auf denen Gefühle stehen

Hinweise

Der Lehrende sollte zu Beginn das Ziel und die Sinnhaftigkeit der Methode erläutern, so kann er mögliche Widerstände der Lernenden auffangen.
Ebenso sollte er darauf hinweisen, dass die Partner im Vorfeld nicht darüber sprechen, welche Gefühle sie darstellen. So ist ein konzentriertes und unvoreingenommenes Beobachten möglich.

Literatur

Scheller, I. (1998): Szenisches Spiel: Handbuch für die pädagogische Praxis. Berlin: Cornelsen Scriptor, 105.


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